Ein typischer Tagesablauf, wenn Welpen da sind

Heute Morgen, als ich mit meinen Hunden Charlie, Chili und Chewy durch den Wald gestreift bin, habe ich beschlossen, einen kurzen Tagesablauf vom letzten Sonntag zu schreiben. Sonntag deshalb, weil da die meiste Haushaltarbeit wegfällt.
Charlie hat vor fünf Wochen sieben Welpen geworfen.
Sky, Shaira, Sugar, Sheriff, Sir Django Junior, Spyke und Shandy. Fünf Rüden, zwei Hündinnen.
Unsere Hunde leben alle bei uns im Wohnzimmer mit angebautem Wintergarten. Oder  andersrum gesagt: Wir wohnen im Hundezwinger. Da befindet sich auch ein grosses, wunderschönes Hundehaus, ein Geschenk von einem Kollegen meines Sohnes. Er lernte Zimmermann und musste dieses Haus für eine Prüfung bauen. Eine Hundebox steht gleich daneben.  Auch zwei grosse „Hundebetten“ sorgen für einen tiefen, gesunden Schlaf.

Eine Hundeklappe im Keller ermöglicht meinen erwachsenen Beagles jederzeit den Zugang zum Garten.
Wir haben ein grosses, eingezäuntes Grundstück.

6.10 Tagwache: Ein Welpe ruft, er hat Hunger. Das bedeutet: Sofort in Hose und Pullover stürzen, Turnschuhe montieren und alle Welpen nach draussen bringen zum Bisi machen.
Es hat fast geklappt, nur drei „Wässerlein“ sind schon da. Nachts stehen die Welpen auf und verrichten ihr Geschäft halt auf dem Wohnzimmerboden. Das wird sich mit zunehmendem Alter ändern.
Es ist heute sehr kalt draussen, die Welpen kommen nach getaner „ Arbeit“ sofort wieder rein. Inzwischen habe ich im Schwedenofen Holz nachgelegt, damit es schön warm und gemütlich bleibt.

Jetzt gibt’s Futter: zuerst die Kleinen, dann Charlie (laktierend und Chewy (9 Monate alt).

Kontrolle: Fressen alle? Sind Mutter und Welpen gesund und wohlauf? Diese Sorge begleitet mich tagtäglich.

Nach dem Füttern  müssen die Welpen sofort wieder raus zum Versäubern. Das haben wir schon toll im Griff!



7.00 Während die Kleinen ihre Sache erledigen, trinke ich einen halben Liter Wasser mit Orangensaft.

Die Welpen sind wieder im Haus und spielen. Jetzt kann ich sämtliche Decken wechseln und in die Waschmaschine schmeissen. In die zwei Körbe, die Hundebox und das Hundehaus kommen saubere, frische Decken. Die Welpen geniessen es und spielen mit den Decken.

7.15 Alle Essgeschirre werden gewaschen und frisches Wasser bereitgestellt. Grossreinigung der Wohnfläche mit dem Nasssauger steht bevor.

7.30 Nun habe ich Zeit, um mich zu duschen und mich anzuziehen.

8.00  Die Welpen schlafen wieder tief und fest: Jetzt geht’s los auf den Spaziergang. Charlie, Chili und Chewy haben ihren Rhythmus (oder habe ich den?) Auch die Mutterhündin wird, sobald sie will, auf den Spaziergang mitgenommen. Die ersten paar Tage nach dem Werfen verlässt die Mutter ihre Welpen nur, um sich zu versäubern. Doch schon ein paar Tage später will sie wieder raus. Erst nur für kurze Zeit, bald schon länger. Die Bewegung tut auch ihr gut!
Heute treffen wir  Rosmarie mit Lino, er ist ein Sohn von Charlie. Welche Freude! Oft treffen wir auch andere Kinder von Chili und Charlie.
Mauri, Nala, Cannelle, Kelly, Lu oder Robby und Queena,



9.15  Zurück vom Spaziergang hüpft Charlie sofort in den Korb, weckt die Kleinen und lässt sie säugen. Ein paar  Minuten später purzeln die Welpen aus dem Korb und wieder müssen sie nach draussen gebracht werden zum Bisi machen. Das ist manchmal ziemlich hektisch!

Während die Welpen wieder drin am rumtollen sind, kann ich derweil die Hasen füttern und den Kot im Garten zusammenlesen.

Charlie, Chili und Chewy bekommen einen Ochsenziemer, den sie genüsslich im Gang, weg von den Welpen, kauen. Erwachsene Hunde reagieren sehr aggressiv, wenn sich Welpen ihrem Futter nähern. Da ich das Geknurre über so lange Zeit nicht ertrage, werden die Hunde während dem Kauen von den Welpen getrennt. Beim Füttern ist das anders. Die Welpen müssen lernen, sich nicht in die Nähe der fressenden Hunde zu begeben. Natürlich bin ich dann immer dabei und beobachte die Hunde, bis sie alle gefressen haben.



9.45  Höchste Zeit für mein Frühstück,! Ich schnappe mir die Zeitung, geniesse meinen Morgenkaffee und eine Schale Müesli.

Uups, die Wäsche! Schnell in den Keller, Wäsche aufhängen und die nächste Ladung in die Maschine stopfen. Wäsche von gestern abnehmen und versorgen. Charlie, Chili und Chewy  sind fertig mit ihrem Ochsenziemer und wir gehen zusammen zurück ins Wohnzimmer.
Endlich kann ich in Ruhe an den Tisch sitzen, den Kaffee geniessen, die Zeitung lesen und mein Müesli essen. Ein Welpe kaut an meinen Turnschuhen. Ich hole ihn auf meinen Schoss und er geniesst meine Streicheleinheiten. Welpen knuddeln ist doch etwas vom Schönsten! Ich kann davon nicht genug bekommen.

Das Telefon klingelt, jemand meldet sich  zum Welpenbesuch an.

11.00   Das Sudoku ist fertig, die Welpen schlafen wieder, Zeit meine Wäsche aufzuhängen.

11.10 Langsam kommen meine drei Söhne aus ihren Schlafzimmern und wir trinken zusammen einen Kaffee.

Wir kochen zusammen,  bringen die Welpen zum Pinkeln raus, füttern sie und setzen sie wieder in den Garten zum Versäubern. Mit acht Händen geht alles viel schneller und ohne kleine Missgeschicke.
Die Sonne scheint, den Welpen gefällt es draussen! Sie kommen erst nach fünf Minuten wieder herein - es ist halt doch sehr kalt!


11.30 Charlie, Chili und Chewy bekommen ihr Futter.

Alle Geschirre sorgfältig reinigen und frisches Wasser bereitstellen.

12.30 Jetzt können auch wir essen.

13.30 - 14.30  Welpenbesuch. 1000 Fragen werden gestellt und ebenso viele beantwortet. Ich empfehle allen meinen zukünftigen Welpenbesitzern das Buch von Jan Fennell – Mit Hunden sprechen- zu lesen. Fennell beschreibt auf einfache und sehr interessante Weise, wie mit Hunden umzugehen ist. Einfache Gesten werden gelernt, die dem Hund klar machen, dass wir zu ihm schauen, die Verantwortung übernehmen und er sich bei uns wohl fühlen kann. Leider sehe ich oft, dass dem Hund falsche Signale übermittelt werden, sodass er sich verantwortlich fühlt für seine Familie. Damit ist er dann masslos überfordert, zerrt an der Leine, bellt zuhause wie auf dem Spaziergang jeden und jede an und kann nicht einmal für ganz kurze Zeit alleine gelassen werden.

14.30  Spaziergang mit Charlie, Chili und Chewy. Wieder treffen wir Rosmarie mit Lino und wir spazieren zusammen.

15.30 Kaum Zuhause säugt  Charlie ihre Kleinen. Welpen alle schnell raus, in den Garten (wir kennen es mittlerweile) .

16.00  Welpenbesuch, bei sieben Welpen gibt es im Idealfall auch wöchentlich sieben Welpenbesuche. Das ist sehr wichtig für die Bindung an die zukünftigen Besitzer. Die Leute lernen ihren Welpen und den Umgang mit ihm kennen.

17.30   Der Besuch ist verabschiedet, die Kaffeetassen und Kuchenteller sind weggeräumt. Staubsaugen ist angesagt, sonst verstopfen die vielen Hundehaare am nächsten Morgen den Nasssauger.
Hie und da finde ich noch ein eingetrocknetes „Seelein“! Wegen der Bodenheizung trocknen sie schnell ein. Also Lappen zur Hand!

18.10 Meine Söhne haben inzwischen das Abendessen zubereitet und wir sitzen zusammen am Tisch bei Kaffee complet

19.00  Welpen erwachen, Bisi machen, füttern und rasch raus in den Garten.
Sie sind sofort wieder da im warmen Wohnzimmer. Ein Weilchen spielen und kämpfen und dann geht’s ab ins Hundehaus zum Schlafen.
Hier und da muss ich doch ein „Seelein“ aufwischen.

19.30   Buch zur Hand, auf die Couch, Beine strecken...Feierabend.
 

22.00  Welpen nochmals in den Garten gebracht zum Versäubern, danach spielen sie, turnen und zerren an der Züchterin herum. Doch schon bald sind alle Welpen im Nestli.
Schmutzige Decken ersetze ich noch schnell mit sauberen. Waschmaschine in Betrieb setzen.

22.30 Züchterin und Beagles haben die Nachtruhe reichlich verdient.